Kinematografie: Jocelyn Saab

Die Journalistin und Filmemacherin Jocelyne Saab, geboren 1948 in Beirut, verstorben 2019 in Paris, war seit Beginn der Siebziger Jahre auch als Kriegsberichterstatterin tätig. Dabei entstand ein Werk, das Chronik und politische Reflexion zugleich ist. Die sogenannte „Beirut-Trilogie“ versammelt Zeugnisse, die den libanesischen Bürgerkrieg von innen dokumentieren.

Im zweiten Programm „No past, no future“ zeigen drei Filme den Nahen Osten im Umbruch; darunter IRAN, L’UTOPIE EN MARCHE (1980) über die Ambivalenz einer Revolution, in der sich bereits die künftigen Mechanismen von Kontrolle und Unterdrückung abzeichnen. Saabs Kino ist eines, das vom Anderen her denkt und das getragen wird von einer Verbindung aus Liebe zu den Opfern und Ironie gegenüber den Mächtigen. Es sind Filme, die heute eine neue Dringlichkeit gewinnen. 

In Anwesenheit von Mathilde Rouxel (Jocelyne Saab Association).